Medienecho

Lifeweekly Peking 18.12.2006

("Lifeweekly": The "top" news journal in China today.)

"Nothing like I have heard before. [...] It recalled what Ruttinger had said, that to sing on cliff is a course of purification."

Etwas ähnliches habe ich vorher nicht gehört. [...] Ich habe nie zuvor ein Gebet echter gehört als dieses; es rief mir ins Gedächtnis zurück, was Ruttinger gesagt hatte: Am Felsen zu singen ist ein Weg der Läuterung.[...] 

Die Darbietung war tatsächlich eine Art Spaziergang. Im ersten Lied tritt Papageno auf, eigens für mich: eine vertraute Melodie, aber als Kabarettstück, das man nie im großen Opernhaus hören würde. Kein Bier, keine Zigaretten. Ein paar Rufe. Sanfte Stille. Dennoch ein wundervolles Cabaret. Applaus. Anerkannt echter Gentleman wendet sich Ruttinger dem Checkup seiner Ausrüstung zu wie ein echter Bergsteiger. Kurz die Einführung in sein Programm, tritt er seine Bergfahrt an, felsaufwärts. [...] Die unvermeidlichen Geräusche der Landwirtschaft reden manchmal dazwischen, aber sie erhöhen nur den Wert der poetischen Atmosphäre. Als Schuberts Abendlied vom Felsen herunterzieht, mit dem Halbschatten der Nacht, werden selbst Zufallsgeräusche eines Flugzeugs -sei es ein Jet oder die Rufe von Krähen- Bestandteile des Liedes.

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New York Times

Forum: Classical Music

CONNECTIONS By EDWARD ROTHSTEIN Published: October 31, 2005  

Die vollständige Originalversion dieser Kritik  aus der NewYork- Times finden Sie auf der Startseite als PDF- Datei!

Ein singender Wanderer erklimmt die Höhen der Mozartoper

SALZBURG; Austria- An den Barmsteinen stehend, unweit von Salzburg, höre ich einen Salzburger der vierten Generation Mozart singen: Im Wald. [...] Direkt an einem Wanderweg steht der Tenor Werner Ruttinger –Absolvent des ehrwürdigen Mozarteums der Stadt- im Rucksack  ein Sprachrohr und professionelle Kletterausrüstung. Er bereitet sich vor, 200m auf eine Felswand zu steigen, um dort herunter zu singen. Vorab jedoch spielt ein tragbarer Lautsprecher die Synthesizer- Begleitung, die seine Frau und Mitarbeiterin Christina Ruttinger vorbereitet hat. Er beginnt Taminos Bildnisarie aus der „Zauberflöte“.   

Allerdings  stellt er keinen Prinzen dar, der vom Bildnis Paminens entzückt ist. Stattdessen posiert Herr Ruttinger mit nahezu knabenhaftem Schalk als Theaterdirektor, dessen Liebesblick eher von der Aussicht auf die volle Kasse, denn auf die Schönheit seines Stars inspiriert ist. [...] Die Musik ist der Klang Mozarts; der Sarkasmus ist der Klang von Herrn Ruttinger. Wenn er Papagenos berühmte Auftrittsarie singt, könnte der Tenor, beladen mit dicken Seilen und Karabinern, fast ein Vogelfänger sein, wären da nicht die zynischen Gesangstexte, die ein unschuldiges Lied in Spott und Hohn verwandeln: „Mozart’s paradise“- die Arie meint Salzburg- angepasst an „banker’s ice“...

Herr Ruttinger führt seine spitzfindige Mozart- Version gewöhnlich in Salzburg direkt auf. Er stößt dabei auf die ganze Welt, aus der er seine Zuhörer anlockt. Seine bunte Gewandung führt charakteristisch die Felskante der Stadt, den Mönchsberg, entlang, in einem Gaukelspiel von Bitterkeit, Spott und Selbstironie [...]

Wenn er seine eigene Musik auf Berggipfeln aufführt,  singt er sowohl in ein Sprachrohr als auch in ein Funkgerät [Richtigstellung der Redaktion], wobei die Signale die Zuhörer unten in einem Kontrapunkt erreichen, der sie sprachlos macht. 

Aber die  Einstellung ist faszinierend: Sein Murren hat etwas Schrulliges, seine Apparaturen sind von liebenswürdiger Absurdität. Er spiegelt  jene Salzburger Lebensart wider, die Charme und Spott, Jux und Empörung vermischt, um in schräger Form selbst zum "Tribute to Mozart" zu werden. […]

Die vollständige Kritik der NY- Times finden Sie auf der Startseite im Original als PDF- Datei!

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National Geographic Traveler, 11+12/2004, Washington:

His perfomance is about as far from the traditional classical-music event as you can get. Dressed in a red parka and carrying his accompanist -i.e. a portable stereo- on his back, Werner instructs us to hike with him to various locations on the parklike mountaintop, where he serenades us in situ...

(Die ungekürzte Beschreibung einer Aufführung der "Winterreise" in Salzburg durch Gary Krist finden Sie auf der englischen Version unserer Website unter "Details") 

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Die "Salzburger Musikgeschichte" von Jürg Stenzl ersetzt nach 70 Jahren die "Geschichte der Musik in Salzburg" von 1935. "Auf zwei CDs erklingen beinahe tausend Jahre Salzburger Musikgeschichte" verkündet der Einband: In diesem "Standardwerk für alle an Musik Interessierten" ist der Komponist Ruttinger mit Mozart und "Stille Nacht" auf einer CD, und zwar als Abschluss!

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Ausschnitt aus: Süddeutsche 
Zeitung Nr. 296/S. 11 vom 23.12.1996
Rubrik: Münchner Kultur

Freiluft- Schubert mit Stimmbandheizung

[...] Werner Ruttinger präsentiert die "Winterreise" als Experimentaltheater im verschneiten Wald

Wie schallt's von der Höh'? Seltsam. Oben, auf dem vereisten Klettersteig in 85 Meter Höhe fast senkrecht über dem Boden, hat sich ein in roter Skifahrerkluft vermummter Mensch angeseilt - und singt aus Schuberts "Winterreise". [...] Kaum dass man den Sänger durch den dichten Nebel winken sieht. Aber seine Stimme klingt, ohne verstärkt zu sein, gespenstisch klar wie ein Ruf aus dem Jenseits: "Die kalten Winde bliesen mir grad ins Angesicht..." 

Der Mann heißt Werner Ruttinger, [...] und hat bei seinem großen Tenorkollegen Ernst Haefliger gelernt. Doch die gediegene Ausbildung hat den gebürtigen Salzburger nicht gehindert, donquichoteske Kunsträume jenseits des von ihm geschmähten Klassikmarktes zu verwirklichen. Seit 1994 veranstaltet er zusammen mit Mäzenin, Ehefrau und Pianistin Christina die "Naturfestspiele" [...] bei denen die längst verlorene Einheit von Kunst und Natur noch einmal beschworen wird. An der deutsch- österreichischen Grenze
bei Marktschellenberg und Hallein, wo sich, idyllisch weltabgewandt, eine Ruhe- und Freizeitoase findet.

[...] "Wir machen völlig alternative Naturfestspiele im Dialog mit der Landschaft", sagt der am Salzburger Mozarteum diplomierte Regisseur, Schauspieler und Komponist. Im Sommer bringt er auf den Barmsteinen Eigenes wie etwa die von ihm erfundene Gattung des "Funkkanon": Ein Musiker spielt in ein Walkie Talkie und musiziert mit dem eigenen Schall um die Wette. Für diesen Winter ist Ruttinger auf die "Winterreise" als geführte Wanderung verfallen. Er hat zehn Lieder gewählt, die zur Landschaft passen. [...]

Ruttinger inszeniert seine "Winterreise" [...] als parodierte
Prozession. Mittelpunkt ist eine Kreuzung aus Fahrradreifen und Totenkranz. [...] "Ich glaube", begründet der Meister, "dass in der 'Winterreise' sehr, sehr viel Sarkasmus drinnen steckt und eigentlich ein großer Lebensmut. Das ist nur durch die Schönsingerei der letzten Jahre abhanden gekommen.[...]" 

In der Mitte des Kranzes hängt ein kleiner Lautsprecher, aus der die von seiner  Frau [...] eingespielte Begleitung kommt. Ruttinger singt verständlich prononciert. [... ] Die Akustik im Bergwald ist überwältigend klar, trägt weit. Bei den aufwändigen Proben im Gelände hat Ruttinger anfangs frisch drauflos in die Eiseskälte gesungen: "Da hab' ich mir die schlimmste Bronchitis meines Lebens geholt." Also erfand er die Atemluftheizung: ein wie von Jules Verne ersonnenes Gerät, das einer Rakete ziemlich ähnelt. In diese Höllenmaschine pumpt der Sänger mit einem Blasebalg Luft, die drinnen [...] erwärmt wird und per Schlauch zum Endverbraucher kommt. [...]

 

Atemluftheizung

 

 

 

 

 

 

Werner Ruttingers "Atemluftheizung": Mittelding aus Maschine, Musikinstrument und modernem Kunstwerk

So geht es von Station zu Station. [...] Der Nebel wird dichter, die Kälte schlimmer. Dagegen hilft nur noch das vom Publikum getanzte Profilsohlenballett auf Ruttingers "Invention in F".

Alles hüpft und tänzelt. Die Stimmung steigt. [...]"Ich liebe solche Spektakel." - "Sehr schön romantisch." - "Mir gefällt's gut, ich bin hier zu Haus." - "Es geht mir sehr unter die Haut." Kaum einer fühlt sich verschaukelt von dieser absurden Live- Musik- Wanderung. Und die Kälte gehört dazu.[...]

Am Ende der Show tritt Ruttingers Prophezeiung ein: "Wenn Sie in einer Stunde und vierzig Minuten zurückkommen, fühlen Sie sich in irgendeiner Weise mit einer kleinen kathartischen Wirkung für die Absurditäten des Alltags gerüstet."[...] Wer also in letzter Minute noch immer kein originelles Weihnachtsgeschenk gefunden hat: Werner Ruttinger bietet die finale Show.

REINHARD J. BREMBECK

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Deutsche Wirtschaftschronik:
Ein Highlight...

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Schubert Society of the USA Vol.4 #2

The Cliff Singer is king of the mountain when he performs Winterreise in the open air. [...] Because singing outdoors during winter (obviously the only appropriate season in which to offer this song cycle) is so arduous and dangerous for the voice, Ruttinger uses a special apparatus to warm and humidify his breath. The parka-clad performance artist [...] offers so idiosyncratic an interpretation in such an inhospitable concert venue that he charges 350 euros and up for a private performance en plein air. [...] Obviously, you get Schubert at a bargain price.

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Salzburg Global Seminar, 2008:

Highlights include The Magic Flute Promenade with star tenor Werner Ruttinger.

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Guinness Buch der Rekorde 1998, S.147:
Die größte Freiluftbühne liegt südlich von Salzburg an der österreichisch-deutschen Grenze. Auf einem Areal von 1270x250m wird am Barmstein ganzjährig
musiziert.

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Blue Danube Radio:
One of the most original ways to hear classical music...

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Badische Neueste Nachrichten über den Tenor Ruttinger

Er kann ihn zwischen Parlando und Kantilene so einsetzen, dass die Wortwahl des Dichters mit der Tonwahl des Komponisten identisch wird. Wenn er aus dem Zyklus der Galgenlieder von Christian Morgenstern über "Igel und Agel" oder die "Mitternachtsmaus" die satirischen Pfeile gegen die hochtrabende Dichterei abschießt, dann ist er genau auf der Linie herzenswarmer Lustigkeit. [...] Ein heiter beschwingter Jahresabschluss im Roten Saal des Baden-Badener Parkhotels Brenner's. 

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"La Montagne" (Konzert in der Oper von Vichy)

Il est infiniment rare qu'un compositeur soit aussi chanteur. C'est le cas de Ruttinger qui a écrit pour l'opéra. Sachant exprimer sans gaucherie les sentiments poétiques et musicaux, il a pour mieux que l'accompagner, le toucher très fin de Christina.

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Österreichischer Rundfunk, 1. Programm:
Leporellos Tipp für Nervenstarke: [...] keinesfalls versäumen!

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tz, München:
...eine 'kathartische Wirkung' [...] bleibt wahrlich nicht aus...

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Saarländischer Rundfunk/ Fernsehen:
Clown oder Philosoph, wer will das entscheiden...

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"Mit Atemluftheizung" (Kronenzeitung)

Salzburger Musikgeschichte, Mittelalter bis ins 21. Jahhundert Eine Besonderheit sind die zwei inkludierten CDs, auf denen nahezu tausend Jahre Salzburger Musikgeschichte zu hören sind, von einer Sequenz auf den Hl. Rupert bis zum "Agnus Dei" von Werner Ruttinger, der im übrigen der Erfinder einer "Atemluftheizung" ist, die es ermöglicht, dass er während seiner Barmstein- Naturfestspiele bei Stimme bleibt.

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